DOK LEIPZIG 31. OKTOBER – 6. NOVEMBER 2016
59. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Future Baby


Future Baby




KATALOGTEXT
Junge oder Mädchen? Blaue Augen oder braune? Ein zukünftiger Olympiasieger oder eine Literatur-Nobelpreisträgerin? Dass das Kind ohne jeden Makel – von überflüssigem Fett bis hin zu Erbkrankheiten – sein soll, steht sowieso außer Frage.

Was die Reproduktionsmedizin zu leisten vermag und – vor allem – wie weit wir bereit sind zu gehen, möchte Maria Arlamovsky ergründen. Und so begibt sie sich auf eine Reise um die Welt – was ausnahmsweise Sinn macht, werden doch heutzutage die einzelnen Komponenten eines Menschen in verschiedenen Kontinenten generiert, ja produziert, und irgendwo mehr oder weniger mechanisch montiert. Sie besucht Labore und schicke Kliniken, Samen- und Embryolager im Fabrikhallenformat ebenso wie Dritte-Welt-Hospitäler, in denen Leihmütter Kinder für die Erste Welt austragen. Mit ihnen spricht sie ebenso wie mit jenen, die austragen lassen – weil sie es können – und mit Vertreterinnen und Vertretern der Medizin, Philosophie, Bioethik oder Biotechnologie. Ohne zu emotionalisieren addiert der Film Ungeheuerlichkeiten, die unter anderen Vorzeichen als Fortschritt oder Freiheit verstanden werden. Mit nüchternem Forscherblick lässt er uns in die geöffnete Büchse der Pandora sehen. Sie ist glatt und schön, suggerieren die Bilder. Während der Text Fallstricke legt, in denen sich verfängt, wer moralische Urteilen fällen zu können meint. Ein Gruselfilm.

Grit Lemke

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Credits
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Die Texte zu den Filmen in der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2016 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.