DOK LEIPZIG 31. OKTOBER – 6. NOVEMBER 2016
59. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Dum Spiro Spero


Dum Spiro Spero




KATALOGTEXT
Machen wir uns nichts vor – sterben gehört zu den eher unangenehmen Dingen, die wir im Leben zu bewältigen haben. Des Weiteren kaputte Warnblinklichter, lampenlose Glühbirnen, renitente Ehepartner und die Schwägerin, die nie ihr Handy findet, wenn sie (endlich) das Haus verlassen will. Trost bieten das wunderbare Verhältnis zur Schwiegermutter, das auf gegenseitiger Nichtbeachtung gründet, ein wohlgeordneter Haushalt, in dem Bücher die Herrschaft über alle Räume übernommen haben, und ein alter Hund, mit dem man in den Wettlauf tritt, wer als erster abdankt …

Dum spiro spero, nach Cicero: Solange ich atme, hoffe ich. Nun ist es mit dem Atmen so eine Sache, wenn man wie Pero Kvesić nur noch über zwanzig Prozent Lungenvolumen verfügt. Tendenz: fallend. Der Grundsound dieses Films ist (neben Kvesićs Maultrommel) das Schnaufen, mit dem er sich, die Kamera im Anschlag, durch sein kleiner werdendes Universum bewegt. Kvesić, der unzählige Romane, aber auch Drehbücher für Dokumentar- und Animationsfilme verfasst hat, dokumentiert mit sicherem Gespür für Rhythmus und Details das Vergehen. Ohne Larmoyanz, voller Lakonie und tiefschwarzem, abgründigem Humor, mit dem man auf dem Balkan dem Tod und anderen schlimmen Krankheiten begegnet. Es geht um Würde, Selbstbestimmung und die nächste Zigarette. Eventuell wird die Sache mit dem Atmen überschätzt. Vielleicht hoffen wir auch, solange wir lachen?

Grit Lemke


Nominiert für MDR-Filmpreis

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Credits
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Die Texte zu den Filmen in der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2016 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.