DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Kokolampy


Kokolampy




KATALOGTEXT
Es beginnt ganz harmlos mit den Erinnerungen des Filmemachers an den Großonkel Menko, der sich viele Jahre in Madagaskar aufhielt und betörende Geschichten von Mythen, Zauberern und Krokodilgeistern zu erzählen wusste. Das Kurioseste aber war ein Elefantenvogelei, das er mitbrachte und das verschwunden ist. Es ist Anlass einer aufwändigen Recherche rund um den Globus, hinein in die Keller und Depots von Auktionshäusern, Archiven und Naturaliensammlungen.

Hajo Schomerus wird von diesen äußerlich unspektakulären Orten geradezu magisch angezogen. Sie sind Gedächtnis und Geheimnis zugleich, verleiten zum Sinnieren und Spekulieren. Auf diesem schmalen Grat zwischen Krimi und Konstruktion wandelt der Film, sich dabei vortastend in Grauzonen wie Biopiraterie und Diamantenschmuggel. Fakt bleibt: Madagaskar ist eine sehr besondere Insel mit vielen Pflanzen und Tieren, die nur dort vorkommen. Wie naiv, fahrlässig oder kalkuliert agierte der Abenteurer, Geschäftsmann und Hobbybotaniker in Wahrheit? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Ethnologie und kolonialem Gebaren? Und welche Rolle spielt das Ei des legendären ausgestorbenen Elefantenvogels, der beeindruckend groß war, aber nicht fliegen konnte? Fragen über Fragen, die der Film von einem Indiz zum nächsten beiläufig und klug entwickelt, um das grundsätzliche Verhältnis Europas zu Afrika im letzten Jahrhundert zu ergründen.

Cornelia Klauß


Nominiert für DEFA-Förderpreis, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts
Credits
Originaltitel: Kokolampy
Land: Deutschland
Jahr: 2016
Sprache: deutsch, englisch, malagassisch
Untertitel: deutsch, englisch
Laufzeit: 83 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Hajo Schomerus
Produktion: Marcelo Busse
Kamera: Hajo Schomerus
Schnitt: Sandra Brandl, Rudi Heinen
Ton: Shinya Kitamura, Ralf Weber, Marcelo Busse
Buch: Hajo Schomerus
KONTAKT


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