DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Trockenschwimmen


Trockenschwimmen




KATALOGTEXT
Ins kalte Wasser springen, auf dem Trockenen sitzen, sich freischwimmen – metaphorisch führt unsere Sprache immer wieder in das Element, aus dem wir kommen, aber das uns Angst macht. Oder wie Monika sagt: „Schwimmen lernen heißt leben lernen.“ Sie ist eine derjenigen, die die Leipziger Regisseurin Susanne Kim bei einem Seniorenschwimmkurs begleitet und dabei die biografischen und historischen Untiefen der Verbindung von Wasser und Leben sorgfältig auslotet.

Sie richtet den Blick auf eine Generation, die im Krieg geboren und im Nachkriegsdeutschland (Ost und West) erwachsen wurde. Die Väter an der Front, die Mütter mit dem Überleben beschäftigt, später eine Gesellschaft im bedingungslosen Aufbauwillen, die Pflichterfüllung forderte. Es sind vor allem die Frauen, deren Leben von Rücksichtnahme auf andere geprägt war und die sich erst jetzt in ihren Siebzigern zu fragen wagen, was sie eigentlich vom Leben wollten. Und mehr noch – es in Angriff nehmen und sich ihren Ängsten stellen.

Beobachtungen, Gespräche, flash-artig in die Vergangenheit führende Home-Movie- und Filmbilder, fantasievoll arrangierte Traumsequenzen und Tanzszenen (inszeniert von der renommierten Choreografin Heike Hennig) verweben sich zu einem zarten Geflecht. Sie erzählen vom Alter, der Sehnsucht und davon, dass es nie zu spät ist, für seine Träume zu kämpfen – mit Panikattacken, Witz, Grandezza und Blätterbadehaube.

Grit Lemke


Nominiert für DEFA-Förderpreis, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts
Credits
Originaltitel: Trockenschwimmen
Land: Deutschland
Jahr: 2016
Sprache: deutsch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 77 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Susanne Kim
Produktion: Holm Taddiken
Kamera: Emma Rosa Simon
Schnitt: Marion Tuor
Musik: Manuel G. Richter, Rafael Klitzing, Luise Pop
Ton: Daniel Fischer
Buch: Susanne Kim

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2018 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.